Seestern-Allgemein

Projekt „Seestern“

Seit längerem plant der Verein Kieler Jugendkutterprojekt seine Arbeit konzeptionell zu erweitern und dafür ein größeres Schiff mit mindestens 10 Schlafplätzen herzurichten. Mit der „Seestern“ wurde ein Objekt erworben, welches für diese Weiterentwicklung geeignet schien.
Beim „Seestern“ handelt es sich um einen ehemaligen Dampfschlepper, Baujahr 1874 , der 1936 zum zweimastigen segelnden Fischereifahrzeug umgebaut wurde. Der Rumpf ist aus Stahl und in einem Zustand, der für eine Restaurierung taugte.
Das Schiff war bis zum Ende der achtziger Jahre in der Fischerei tätig und wurde dann ausgemustert.
Das Schiff soll in eine Gaffelketsch, d.h. dem Zustand von 1936 entsprechend, aufgebaut werden.
Der „Seestern“ ist 14,93 m lang und 3,70m breit bei einem Tiefgang von 1,80m.

Trotz einiger Vorarbeiten des letzten Eigners, der schon mit dem Umbau des Schiffes begonnen hatte, erwiesen sich die Sanierungsarbeiten sehr viel umfangreicher als ursprünglich geplant. Dies wirkte sich natürlich auch negativ auf den Zeitplan aus.

Der Rumpf des Schiffes wurde mittlerweile komplett saniert (siehe Fotos).

Zur Zeit findet der Innenausbau des Schiffes statt. Im Vorschiff entsteht eine große Kabine mit 8 Kojen. In der Mitte des Schiffes finden Messe mit Kombüse und WC-Raum ihren Platz. Vor dem Besanmast ist ein kleines Deckshaus mit abgesenktem Boden gebaut worden. Hier können Navigationtisch und 2 Kojen für die Crew untergebracht werden.

Das Schiff wird dann über 10 feste Kojen plus 1 Koje in der Messe verfügen.

Im Heckbereich ist ein Cockpit im Bau. Hier kann die Besatzung um den Rudergänger herum bequem Platz finden. Backskisten bieten Möglichkeiten zum Verstauen von Tauwerk u.ä.

Die großen Anstrengungen haben sich gelohnt; die „Seestern“ ist für die weitere Arbeit des Jugendkutterprojektes ein ideales Schiff, welches aufgrund der Bauart und Geschichte einen besonderen Platz im Kieler Museumshafen einnehmen wird.

Der „Seestern“ soll schwerpunktmäßig für die Jugendarbeit des Vereins im Rahmen der Kooperation mit dem Landessportverband im Programm „Integration durch Sport“ eingesetzt werden.

Das Schiff wird so ausgerüstet, dass eine Abnahme durch die Seeberufsgenossenschaft erfolgen kann. Dann hat das Schiff die Möglichkeit, z.B. bei der Kieler Woche Gästetörns anzubieten und so für den Unterhalt des Schiffes Geld einzufahren. Durch diese Mischung können die Kosten für die Schulen und Jugendeinrichtungen gering gehalten werden und weiterhin die sozialschwache Zielgruppe des Vereins angesprochen werden.

Der Verein war insbesondere durch die Zuwendungen einiger Mitglieder und seiner Eigenmittel in der Lage, das Schiff anzukaufen. Die erforderlichen Mittel für die Sanierung und den Ausbau kommen im wesentlichen über Stiftungen, Spenden und Fördermitglieder zusammen. Einen wesentlichen Faktor bilden die praktischen Unterstützungsleistungen ortsansässiger Betriebe !

Die praktischen Arbeiten erfolgen ehrenamtlich durch Vereinsmitglieder und durch Kooperationen mit Firmen und berufsvorbereitenden Programmen für arbeitslose Jugendliche.

Wozu ein weiteres Boot ?

Das Jugendkutterprojekt ist mit seinen offenen Booten sehr stark wetterabhängig. Die Saison beginnt im April und verläuft bis Oktober. In den Wintermonaten werden die Boote ins Winterlager transportiert.
Ein größeres Schiff bleibt ganzjährig im Wasser und kann auch in den Wintermonaten als schwimmendes Vereinsheim und Treffpunkt dienen.
Die Wetterabhängigkeit wird reduziert. Segeltörns sind schon in den Osterferien und noch in den Herbstferien möglich.
Der Aktionsradius kann erweitert werden. Größere Sommertörns, Kooperationen und Jugendbegegnungen im Ostseeraum werden angestrebt.